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Helvetia enttäuscht mit widersprüchlicher Klimapolitik

Helvetia, eine der grössten Schweizer Versicherungsgesellschaften, hat eine neue Policy für fossile Brennstoffe verabschiedet. Diese schliesst die Deckung neuer Kohle- und unkonventioneller Erdölprojekte aus sowie Investitionen in Kohle-, Öl- und Gasunternehmen, die ihre Produktion noch ausbauen. Durch ein massives Schlupfloch erlaubt die Politik der Helvetia jedoch, den Ausbau der konventionellen Öl- und Gasförderung weiterhin zu versichern.

Der Weltklimarat und die Internationale Energieagentur sind zum Schluss gekommen, dass wir die Entwicklung neuer Kohle-, Öl- und Gasprojekte sofort stoppen und die bestehende Produktion fossiler Brennstoffe schrittweise einstellen müssen. Indem die neue Helvetia-Politik die Ausweitung der konventionellen Öl- und Gasförderung uneingeschränkt zulässt, bleibt sie weit hinter dem zurück, was die Klimawissenschaft fordert und wozu sich führende Versicherer wie Allianz, Generali und Swiss Re verpflichtet haben.

 

Nora Scheel, Campaignerin bei Campax, sagt: “Es ist zwar positiv, dass Helvetia nicht mehr in Öl- und Gasunternehmen investiert, die ihre Produktion noch ausweiten, aber es macht keinen Sinn, dieselben Unternehmen zu belohnen, indem man ihre Expansionsprojekte versichert. Mit diesem Schlupfloch stellt die Helvetia ihre Gewinninteressen über die Interessen ihrer Kund*innen an einem sicheren Klima.”

 

Campax-Aktion vor dem Helvetia-Hauptsitz 2022.

Doppelmoral

Mit ihrer neuen Politik hätte die Helvetia in der Scorecard 2022 der Kampagne “Insure Our Future” nur 3 von 10 Punkten erreicht. Ariel Le Bourdonnec, Aktivist bei Reclaim Finance, sagt: “Es ist widersprüchlich, dass die Helvetia in ihrer Anlagepolitik anerkennt, dass der Ausbau fossiler Brennstoffe gestoppt werden muss, während sie weiterhin neue Öl- und Gasprojekte versichert. Während die Helvetia mit ihrer Divestment-Politik ein gutes Signal setzt, muss sie diese Doppelmoral dringend beseitigen.”


Die internationale Kampagne “Insure Our Future”, zu deren Netzwerk Campax und Reclaim Finance gehören, fordert die Helvetia und alle anderen Versicherungsunternehmen auf, unverzüglich die Versicherung neuer Kohle-, Öl- und Gasprojekte einzustellen und die Unterstützung für die bestehende Förderung fossiler Brennstoffe im Einklang mit einem Pfad zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5°C auslaufen zu lassen.


Helvetia ist die zweitgrösste Nicht-Lebensversicherungsgesellschaft auf dem Schweizer Markt. Mit einem Prämienvolumen von 2 Milliarden Dollar liegt sie auf Platz 24 der europäischen gewerblichen Schaden- und Unfallversicherer. Das Unternehmen versichert derzeit den Bau neuer Kohlekraftwerke in Indonesien und Vietnam und wirbt mit seinen Dienstleistungen für Ölplattformen, Pipelines, Fracking-Anlagen, Raffinerien und andere Infrastrukturen für fossile Brennstoffe.

Die neue Police der Helvetia ist unter https://www.helvetia.com/content/dam/os/corporate/web/documents/corporate-responsibility/climate-policy-fossil-fuel-e.pdf abrufbar.

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