80’000 Unterschriften für die Anerkennung des Völkermordes an den Jesiden (Êzîden)

Heute, Freitag, 07. Juli 2023 haben wir die Petition «Schweiz: Anerkennung des Völkermordes an den Êzîden (Jesiden) im Jahr 2014» bei der Bundeskanzlei in Bern übergeben. Mit über 80’000 Unterschriften hat die Petition eine sehr grosse Resonanz erfahren.

An der Übergabe haben etwa 50 Personen teilgenommen, darunter auch viele Geflüchtete, die von den Schrecken des Völkermordes berichteten, die sie durch den sogenannten Islamischen Staat erlitten haben. Auch die grüne Nationalrätin Natalie Imboden und SP-Nationalrat Roger Nordmann waren bei der Übergabe dabei und wollen sich im Parlament dafür einsetzen, dass die Schweiz den Völkermord an den Eziden anerkennt. Insbesondere ist die Rede davon, den am 15. Juni von Fabian Molina im Parlament eingebrachten Vorstoss zu unterstützen.

In nur drei Monaten hat die Petition beeindruckende 80’927 Unterschriften gesammelt und zielt darauf ab, die anhaltenden Völkermordverbrechen gegen die Êzîden (Jesiden) anzuerkennen. Die Gräueltaten begannen 2014 durch den Islamischen Staat (IS) im Irak und dauern bis heute an. Am 03. August 2023 jährt sich der Völkermord an den Êzîden durch die Terrororganisation Islamischer Staat zum neunten Mal.

Im Jahr 2014 startete der Islamische Staat (IS/ISIS) am besagten Tag eine gross angelegte militärische Offensive gegen die traditionell von Êzîden (Jesiden) bewohnten Gebiete im Norden des Irak. Dabei wurden über 5’000 Menschen getötet und 7’000 verschleppt und entführt. Bis heute werden immer noch 2’500 Frauen und Kinder vermisst, und mehrere Massengräber wurden noch nicht geöffnet.

Die Anerkennung des Völkermords an den Êzîden (Jesiden) ist von grosser Bedeutung, da sie ein starkes Signal sendet, dass das Leid und die Entbehrungen der Opfer und ihrer Familien anerkannt und gewürdigt werden. Es handelt sich hierbei um einen unerlässlichen Schritt, um Verantwortung zu übernehmen, Konflikte zu bewältigen und eine friedliche und nachhaltige Zukunft für alle zu gewährleisten. Darüber hinaus trägt die Anerkennung dazu bei, zukünftige Völkermorde zu verhindern.