Gegen die Versicherung von Flüssiggas: Wir konfrontieren Swiss Re mit Plakataktion am Mythenquai
Wer im März am Zürcher Mythenquai unterwegs war, kam an einer klaren Botschaft nicht vorbei. Denn wir haben in unmittelbarer Nähe des Swiss Re-Hauptsitzes ein grossformatiges Werbeplakat platziert mit der Botschaft «Swiss Re, insure our future, not LNG!». Die Aktion richtete sich direkt an die Mitarbeitenden des Rückversicherers und forderte den sofortigen Ausstieg aus der Versicherung von neuen Flüssiggasprojekten (LNG).
Druck für Veränderung steigt
Die Plakatkampagne war eine weitere Aktion innerhalb einer Kampagne, die bereits mit Flyern, Sensibilisierungsvideos und persönlichen Gesprächen den Druck auf die Führungsebene erhöht hat. Ziel ist es, die Verantwortlichen bei Swiss Re dazu zu bewegen, ihre Richtlinien endlich an die Realität der Klimakrise anzupassen und die Deckung neuer Flüssiggasprojekte auszuschliessen.
LNG: klimaschädlicher, teurer und riskanter als sein Ruf
Der Mythos von Flüssigerdgas als sauberer Brückentechnologie hält sich hartnäckig, doch die Faktenlage zeichnet ein anderes Bild. Aktuelle Studien (1) belegen, dass LNG aufgrund massiver Methan-Lecks entlang der Lieferkette oft sogar noch klimaschädlicher ist als Kohle.
Zudem führen diese Projekte zu fatalen Lock-in-Effekten in fossile Infrastrukturen, die die Energiewende blockieren. Dazu kommt, dass sich importierende Staaten in eine Abhängigkeit von – überwiegend autoritär geführten – Exportstaaten und den Dynamiken des Weltmarktes begeben. Wie viel Unsicherheit und Preisschwankungen das bedeuten kann, wird uns gerade exemplarisch vor Augen geführt durch die Blockade der Strasse von Hormuz und die daraus resultierende Verknappung von Gas. Erneuerbare Energien und besonders Photovoltaik wird gleichzeitig immer attraktiver und verspricht Energiautonomität. Das hat bereits dazu geführt, dass Länder wie Pakistan Lieferverträge für LNG storniert haben. Campaignerin Nora hat in einer Presseaussendung die Dringlichkeit dieser Kampagne deutlich gemacht:
«Es ist paradox, dass ein Weltmarktführer im Risikomanagement wie Swiss Re die Augen vor den massiven Gefahren von Flüssiggas verschliesst. Unsere Plakate am Mythenquai sollen die Mitarbeitenden sowohl über die negativen Implikationen des LNG-Ausbaus informieren und sie gleichzeitig dazu empowern, sich innerhalb des Unternehmens für nachhaltigere Richtlinien einzusetzen.»
Deutsche Konkurrenz überholt Swiss Re
Besonders brisant ist der Vergleich zur Konkurrenz. Munich Re hat bereits einen ersten, wenn auch noch nicht ausreichenden Schritt getan und LNG konkret in die eigenen Ausschlusskriterien aufgenommen. Bei Swiss Re fehlt ein solches Bekenntnis bisher vollständig. Wir kritisieren daher insbesondere, dass das Unternehmen internationale Bemühungen für den Klimaschutz untergräbt. Wir fordern Swiss Re auf, neue LNG-Projekte konsequent von der Deckung auszuschliessen und die Investitionspraktiken an das 1,5-Grad-Ziel anzupassen.
Diese Aktion war nur möglich Dank der fleissigen Spenden aus der Campax-Community. Danke daher an alle, die uns unterstützt haben. 💚 Möchtest Du, dass wir weiter gegen Flüssiggas aktiv sind? Dann spende für unsere Klimakapagne ✊