Wet Carpet for Vlad & Joe

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Jetzt Atomwaffen verbieten, Herr Cassis!

Mehr als nur ein roter Teppich für die Mächtigen in Genf

Unter der Einflugschneise zum Flughafen Genf-Cointrin, auf dem Lac Léman, prangte heute ein riesiges Banner auf der Wasseroberfläche. Während des Anflugs konnte der russische Präsident die Worte «PEACE AND SECURITY THROUGH DISARMAMENT» («Frieden und Sicherheit durch Abrüstung») lesen. Die Botschaft soll die russischen und amerikanischen Machthaber daran erinnern, dass die Welt sich nicht sicher fühlt, wenn zwei verfeindete Grossmächte mehr als 10’000 einsatzbereite Atomsprengköpfe in ihren Arsenalen führen.

Jetzt Atomwaffen verbieten, Herr Cassis!

Die Schweizer Kampagnen- und Mobilisierungsorganisation Campax hat die Gelegenheit genutzt, den beiden Mächtigen bei ihrem Schweizer Besuch ein drängendes Thema in Erinnerung zu rufen, falls ihnen in Genf der Gesprächsstoff ausgeht: Laut dem neuesten Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri geht zwar die Zahl der atomaren Sprengköpfe zurück, aber die Zahl der sofort einsatzbereiten Atomwaffen steigt weiter. [1] Die Mächtigen räumen also nur den Keller mit der abgelaufenen Ware und setzen immer wieder neue, noch gefährlichere Waffen in die Welt. Das nennt sich dann Abrüstung.

Dass selbst Supermächte im Umgang mit Kernwaffen verantwortungslos handeln, ist bekannt: Von den Amerikanern wissen wir von mindestens sechs Atombomben [2][3] (einige Quellen sprechen von bis zu 17 [4]), die verschwunden und nie mehr gefunden worden sind. Beim russischen Arsenal ist man auf Schätzungen angewiesen, da neben den vielen militärischen Zwischenfällen die Übersicht beim Zusammenbruch der Sowjetunion verloren gegangen ist. [5]

Wenn also Vladimir Vladimirovich Putin und Joseph «Joe» Robinette Biden Jr. sich bei Tee und Kaffee gegenübersitzen und damit fertig sind, grimmig in die Kameras zu blicken, wenn alle Journalisten den Raum verlassen haben, dann sollten sie sich dem Thema Abrüstung widmen. Eine nukleare Abrüstung der beiden atomaren Supermächte darf nicht Wunschdenken bleiben.

Nicht nur die beiden Nationen investieren viel Geld in die Weiterentwicklung nuklearer Waffensysteme, auch die sieben anderen Atommächte sind dabei, ihre Arsenale zu modernisieren oder aufzustocken. Diese Nationen können nur zum Abrüsten bewegt werden, wenn die beiden Grossen einen weiteren Schritt wagen.

Ihnen fehlt der Schweizer Aspekt? Voilà:

Anlässlich des hohen Besuches aus Ost und West fordert Campax in einer heute lancierten Petition, dass der Bundesrat mit gutem Beispiel vorangeht und dem UN-Vertrag über das Verbot von Atomwaffen (TPNW) beitritt.

Medienkontakt: Armelle Ako, [email protected], +41 76 752 55 71

Videos und Bilder der Aktion in hoher Auflösung: https://drive.google.com/drive/folders/1OJewoYnW_0g8ORN5IZJ-VffqIY3mPtCi

Petition: https://act.campax.org/petitions/schweiz-atomwaffen-verbieten

 

[1] SIPRI, 14. Juni 2021 – Global nuclear arsenals grow as states continue to modernize–New SIPRI Yearbook out now
[2] Broken Arrows – Department of Defense documented accidents involving U.S. nuclear weapons | 1950 – 1980
[3] United States, Department of Defense, April 1981 – Narrative Summaries of Accidents Involving U.S. Nuclear Weapons 1950-1980 (PDF)
[4] welt.de, 8. November 2016 – Die USA vermissen 17 Atombomben. Mindestens
[5] Harvard Kennedy School, August 2012 – What Happened to the Soviet Superpower’s Nuclear Arsenal? Clues for the Nuclear Security Summit

Jetzt Atomwaffen verbieten, Herr Cassis!

Jetzt Atomwaffen verbieten, Herr Cassis!

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