Viren und wir

,

Der Autor: Emanuel Wyler, ursprünglich aus Zürich, ist Molekularbiologie am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin, und arbeitet gemeinsam mit Wissenschaftlern der Charité Berlin an verschiedenen Coronaviren.

Viren sind auf unserem Planeten allgegenwärtig. Alles was lebt, egal ob Mensch, Insekt, Muschel, Pflanze oder auch Bakterium, kann von Viren befallen werden. Das bedeutet, dass Viren in die Zellen des sogenannten Wirtsorganismus eintreten – dort vermehren sie sich entweder, indem sie die Zelle dazu bringen, viele neue Viren zu produzieren, oder sie schlafen quasi ein. Das ist beispielsweise bei Herpesviren der Fall, mit denen wir oft schon als Kleinkinder infiziert werden. Sie wohnen für den Rest unseres Leben in uns. Meist bleiben sie unbemerkt, gelegentlich aber verursachen sie unangenehme Ausbrüche, im Fachjargon „Reaktivierungen“, wie Fieberblasen.

Die unzähligen verschiedenen Virusarten verändern sich dabei ständig. Fledermäuse, von denen es weltweit über Tausend verschiedene Arten gibt, sind dabei eine ideale „Virenküche“. In ihnen verändert sich das Erbgut vieler verschiedener Viren permanent, oder kombiniert sich zu neuen Formen. Gelegentlich, und damit kommen wir zum neuen Coronavirus, entsteht dabei ein Virus, das auch Menschen anstecken kann. Oft über „Zwischenwirte“, wie Dromedare bei MERS vor einigen Jahren oder wie diesmal möglicherweise Schuppentiere, springt solch ein neu entstandenes Virus dann auf den Menschen über. Gelegentlich erlangt das Virus noch dazu die Fähigkeit, gut von Mensch zu Mensch übertragen zu werden (und nicht nur von Tier zu Mensch). Dann kann eine Pandemie, eine weltweite Verbreitung, entstehen. So wie wir sie jetzt gerade erleben.

Die aktuelle grosse Unsicherheit im Umgang mit dieser Epidemie ist verständlich. Es ist ein neues Virus, wissenschaftlich bislang kaum erforscht. Es könnte jederzeit mutieren – auch zu gefährlicheren Formen – und verursacht jetzt schon eine Sterberate, die man nicht als verschwindend gering bezeichnen kann. Auch in der Schweiz werden sehr viele Menschen daran erkranken, und – auch wenn wir es nicht hoffen! – einige sterben.

Aber wir nehmen das nicht einfach hin. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen weltweit eine enorme Geschwindigkeit und Kooperationsbereitschaft. Auf Plattformen wie Twitter werden permanent Diskussionen geführt und Daten zugänglich gemacht, gerade auch aus dem früher eher abgeschlossenen China. Impfstoffentwicklung, Medikamententests, Quarantänemassnahmen, Übertragungswege – in allen Bereichen wird geforscht, um die Virusepidemie eindämmen zu können.

Viren sind in unserem Leben allgegenwärtig. Aber sie sind nur so gefährlich, wie wir sie gefährlich werden lassen. Mit den richtigen Massnahmen und dem richtigen Verhalten in der Gesellschaft, sowie dem zunehmenden wissenschaftlichen Verständnis, werden wir daher auch die Coronavirus-Epidemie abmildern und und hoffen, dass wir die für das Virus anfälligsten Menschen möglichst gut schützen können.

Keine Staatshilfen für die Flugindustrie auf Kosten des Klimas!

Fluggesellschaften wie die Swiss und Edelweiss sowie flugnahe Betriebe sollen...

Medienmitteilung Telefonaktion Soforthilfe für Selbstständige

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Zürich, 15. April 2020 Telefon bei Parmelin und Berset läuft...

1 reply added

Leave your comment