Sexismusvorwürfe untersuchen lassen: Plakate am Wohnort richten sich direkt an Präsidentin des Bankrates

Medienmitteilung

Zürich/Chur, 14. Oktober 2020

«Vorwürfe von Lohndiskriminierung, Mobbing und Sexismus in der SNB unabhängig untersuchen lassen!» So lautet die Forderung auf den seit heute ausgespielten E-Panels im Churer Bahnhof. Der Standort Chur ist kein Zufall: Dort wohnt und arbeitet die Präsidentin des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank, Barbara Janom Steiner. Die Kampagnenorganisation Campax möchte Frau Janom Steiner mit diesem Plakat an ihre Pflicht, solche Vorwürfe einer unabhängigen Untersuchung zu unterziehen, erinnern. Tausende Personen haben eine entsprechende Petition bereits unterschrieben. 

Im September wurde der grassierende Sexismus an der SNB dank einer Recherche von Patrizia Laeri und Fabio Canetg in der «Republik» öffentlich gemacht. Als «steinzeitlich» und «autokratisch» bezeichnen Betroffene den Führungsstil innerhalb der SNB. Als «Psychoterror» die Diskriminierung, den Sexismus und das Mobbing, dem sie täglich ausgesetzt sind. Kein Wunder wollen diese Frauen anonym bleiben. Denn ihnen wurde eingeschärft, sich weder intern noch extern über die Vorfälle zu äussern. Von «mundtot machen» ist die Rede. 

Der SNB-Direktor Thomas Jordan, der als erzkonservativ gilt, streitet dies ab: Es gäbe keine systematische Diskriminierung bei der Schweizerischen Nationalbank, es müsse sich um Einzelfälle handeln. Das Aufsichtsgremium des Direktoriums, der Bankrat, liess verlauten, er habe dem nichts hinzuzufügen und stellte sich hinter die kritisierte Führungsriege.

«Dies obwohl der Bankrat eigentlich unabhängig sein muss und als Kontrollorgan fungieren sollte. Wir finden die Entscheidung des Bankrates, keine unabhängige Untersuchung einzuleiten, schockierend. Mit unseren Plakaten möchten wir Frau Janom Steiner an die Verpflichtung Bankrates als Kontrollorgan der SNB erinnern. Was bei der SNB passiert, betrifft die gesamte Bevölkerung. Es darf nicht sein, dass Frauen bei so wichtigen Entscheidungen ausgeschlossen werden», so Angelina Dobler, Campaignerin bei Campax. 

Laut der Wirtschafts-Nachrichtenagentur «Bloomberg» wurde das Direktorium der SNB gestern vom Bankrat zu den Diskriminierungsvorwürfen befragt. Trotz des internationalen Interesses wurde nichts über das Gespräch verlautbart. Die SNB scheint die schwerwiegenden Vorwürfe einfach aussitzen zu wollen.

Morgen Donnerstag und übermorgen Freitag, 15. und 16. Oktober findet eine wichtige, zweitägige Konferenz statt – ganz ohne Frauen in der Expertenrunde.

 

Zu den Bildern: https://flic.kr/s/aHsmRseDWj

Zur Petition: https://act.campax.org/p/snb-sexismus

 

Medienkontakt:

Angelina Dobler

Campaignerin

[email protected]

044 500 76 06

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