Offener Brief an Coop-Genossenschaft

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Coop ist eine Genossenschaft, doch ihre Mitglieder haben nichts zu sagen. Der Verein detailwandel.ch wollte dies ändern. Doch der Coop-Verwaltungsrat hat das Vorhaben im Keim erstickt. Campax unterstützt das Vorhaben von detailwandel.ch und hat einen offenen Brief an Coop lanciert. 

Coop ist eine Genossenschaft. Doch ihre 2.5 Millionen Mitglieder haben nichts zu sagen. Das einzige demokratische Organ, der Regionalrat, wird in einer Scheinwahl alle vier Jahre still bestätigt. Die Nominierung der Kandidierenden ist völlig intransparent und kaum beeinflussbar durch die Genossenschafter*innen. Der Verein detailwandel.ch wollte dies ändern. Seine Kampagne «Coop – von uns, für uns» hatte zum Ziel, echte demokratische Wahlen bei Coop zu erreichen. Mit dieser Demokratisierung sollten drei Ziele verfolgt werden:

  • Eine konsequente Klimastrategie für Coop;
  • bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden;
  • faire Preise für Produzent*innen, Lieferant*innen und Konsument*innen.

Detailwandel.ch träumte davon, dass Coop nicht mehr Fleisch aus Brasilien einfliegt, um es dann um 50% reduziert zu verkaufen; dass Coop-Kassierer*innen endlich mit einem Mindestlohn von 4’500 entlöhnt werden; und dass Bauern und Bäuerinnen, die tagtäglich von früh bis spät arbeiten, endlich faire Preise für ihre Produkte erhalten.

Doch der Coop-Verwaltungsrat hat das Vorhaben mit einer kurzfristigen Änderung des Wahlreglements im Keim erstickt. Möchten Genossenschafter*innen selbst Kandidierende für den Regionalrat nominieren, müssen sie neu innert 15 Tagen über 150’000 handschriftliche Unterschriften anderer Genossenschafter*innen sammeln. Waren vorher offene, demokratische Wahlen sehr schwierig, sind sie nun schlichtweg unmöglich. Zum Vergleich: Eine erfolgreiche Unterschriftensammlung bei Coop ist nun 30 Mal so schwierig wie bei einem nationalen Referendum.

Das Campax-Kernteam bedauert es sehr, dass sich Coop der Mitbestimmung ihrer 2.5 Millionen Mitglieder verschliesst. Genossenschaften zeichnen sich gerade dadurch aus, dass ihre Mitglieder direktdemokratisch mitbestimmen und die Unternehmensstrategie mitgestalten können. Wir rufen den Verwaltungsrat daher dazu auf, die Chance zu packen und einen demokratischen Wandel in der Coop-Genossenschaft einzuläuten.

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