Nasse Botschaft für die Zurich Group

Zürich, 5. April 2022. Mit einem riesigen, schwimmenden Banner prangert die Kampagnenorganisation Campax die Klimapolitik der Zurich Versicherung an. Das Banner mit der Aufschrift «stop insuring oil and gas projects» wurde heute quer über den Zürichsee zum Hauptsitz der Versicherung beim Hafen Enge gezogen – einen Tag vor der Generalversammlung der Zurich Group.

Heute Morgen, 7:00 Uhr, Lufttemperatur 5 Grad, Wassertemperatur 7 Grad. Ein Segelboot voller Klima-Aktivist:innen verlässt den Hafen in Zürich Riesbach. Mit dabei: ein 10x13m grosses Banner. Noch ist es aufgewickelt, aber sobald das Boot den Hafen verlässt, öffnen die Klima-Aktivist:innen eine Reissleine und das Banner entfaltet sich. Durch eingenähte Schwimmer bleibt es an der Wasseroberfläche. Zwei Klima-Aktivist:innen springen ins Wasser und richten das Banner schwimmend aus, damit der Slogan gut lesbar ist: «Zurich, stop insuring oil and gas projects!». Langsam gleitet das Segelboot in Richtung Hafen Enge, wo das Ziel der Aktivist:innen liegt: Der Hauptsitz der Zurich Versicherung. 

Nora Scheel, Kampagnenleiterin bei Campax: «Die Zurich Versicherung ist Mitglied der Net-zero Insurance Alliance und hat sich dazu verpflichtet, CO2-Emissionen entsprechend dem 1,5°C-Ziel zu begrenzen. Dennoch gehört sie zu den grössten Versicherern von Öl und Gas. Die Klimawissenschaften sind sich einig, dass das 1,5°C-Ziel kein weiterer Ausbau der fossilen Energieproduktion zulässt. Die Zurich Versicherung muss ihren Worten Taten folgen lassen und sich dazu verpflichten, keine neuen Öl- und Gas-Expansionsprojekte mehr zu versichern; und aus den bestehenden schrittweise auszusteigen.»

Bilder (frei nutzbar): https://flic.kr/s/aHBqjzJhWn
Video-Ausschnitte (frei nutzbar): vimeo.com/user/65141779/folder/9564192

Medienkontakt: Nora Scheel, Kampagnenleiterin Campax, [email protected], 079 614 32 74

Hintergrund der Kampagne: 

Putin’s Krieg wird durch die Öl- und Gas-Exporte Russlands finanziert. Das führt uns schmerzlich vor Augen, wie dringend nötig ein rascher Ausstieg aus fossilen Energien ist. Die Zurich Versicherung wurde von Nichtregierungsorganisationen zu den “Putin100” gezählt – den 100 Finanzinstituten, die am stärksten in der russischen Öl- und Gas-Industrie involviert sind. (1) 

Die Öl- und Gaspolitik der Zurich Group ist bei weitem nicht ausreichend. Die Versicherung schliesst derzeit – abgesehen von Kohle – Ölsand, Ölschiefer und Öl aus Teilen der Arktis aus. (2) Im November schloss sie zudem sogenannte “Greenfield”-Explorationsprojekte* von Unternehmen ohne “sinnvollen Übergangspläne” aus. Diese Politik erlaubt es ihr jedoch immer noch, die meisten Öl- und Gas-Expansionsprojekte zu versichern. (3) 

Die Zurich muss sofort aufhören, neue Öl- und Gasprojekte zu versichern, wenn sie es mit ihren Klimaversprechen ernst meint. Sowohl der Weltklimarat IPCC (4) als auch die Internationale Energieagentur IEA (5) haben klar kommuniziert, dass das 1.5°C-Ziel kein weiterer Ausbau fossiler Energieproduktion erlaubt. Mehr noch: Die bestehende Produktion muss ebenfalls auslaufen. Die globale Öl- und Gasproduktion muss bis 2030 jährlich um 4 % bzw. 3 % zurückgehen, um mit einem 1,5°C-Pfad vereinbar zu sein. (6) 

Inzwischen haben verschiedene Versicherungen weitaus ambitioniertere Klima-Ziele als die Zurich Versicherung beschlossen. So hat der Rückversicherer Swiss Re – nur Tage nach Hannover Re und MAPFRE – Mitte März beschlossen, die meisten neuen Öl- und Gas-Projekte auszuschliessen. (7) Möchte Zurich ihrem Anspruch gerecht werden, führend in Sachen Klima zu sein, muss sie jetzt nachziehen.

* Als “Greenfield” werden Förderprojekte in Gebieten bezeichnet, die vorher noch nicht für die Rohstoffförderung genutzt wurden; dies insbesondere als Abgrenzung vom Ausbau bestehender Förderanlagen. 

(1) https://putin100.org/#ranking
(2) https://www.zurich.com/en/sustainability/governance-and-policies/exclusion-policies
(3) https://global.insure-our-future.com/zurich-takes-minor-step-away-from-oil-and-gas/
(4) IPCC, Global Warming of 1.5 ºC. Special Report, October 2018
(5) https://www.iea.org/reports/net-zero-by-2050
(6) Stockholm Environment Institute et al, The Production Gap, December 2020
(7) https://campax.org/good-news-policy-update-von-swiss-re/

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