Kreative Aktionen gegen Versicherungsgigant

Donnerstag, 8. September, zwischen 10 und 13 Uhr.
An sechs verschiedenen Zurich Agenturen fanden Aktionen statt, geleitet und organisiert von Campax-Aktivist*innen. Protestschriften wurden verteilt, Banner aufgestellt, Inszenierungen aufgeführt und Gespräche mit Passant*innen und Mitarbeitenden gesucht. Kritisiert wird die Zurich Versicherung, die mit neuen Gas- und Ölprojekten die Klimakrise befeuert.

Am Donnerstag fanden in der Schweiz an sechs verschiedenen Zurich-Standorten Aktionen statt. Campax-Aktivist*innen verteilten Flyer, machten Fotos und suchten das Gespräch mit Passant*innen und Mitarbeitenden. Auf den Bannern prangte die Forderung «Zurich – Raus aus Öl und Gas», um die Zurich Versicherung daran zu erinnern, dass sie tagtäglich zur Überschreitung der 1.5°C-Grenze beiträgt.
In Fribourg wurde ein kleines Theaterstück inszeniert: Aktivist*innen als Versicherungsvertreter*innen verkleidet, wuschen Zurich Statements grün, eine Lehrperson korrigierte diese anschliessend, um der Zurich zu zeigen, wie sie ihre Ziele mit dem Pariser Klimaabkommen vereinbaren können.

Die Aktivist*innen forderten, dass die Zurich Versicherung keine neuen Öl- und Gasprojekte mehr versichert und einen konkreten Plan zum Ausstieg aus bestehenden Projekten veröffentlicht.

Hintergrund:

Die Zurich Versicherung schliesst zwar seit November 2021 Kohle, Ölsand, Ölschiefer (2), Projekte in Teilen der Arktis wie auch «Greenfield»-Ölexplorationsprojekte (3) von Unternehmen ohne «sinnvolle Übergangspläne» aus. Jedoch sind diese Ausschlusskritierien viel zu lasch. Denn sie ermöglichen, gemäss einer Analyse des internationalen Netzwerks Insure our Future, weiterhin die meisten Ölerweiterungsprojekte zu versichern (1). Gasprojekte sind überhaupt nicht ausgeschlossen, ausser in Teilen der Arktis. Dabei ist gerade die Gasförderung durch das entlang der ganzen Wertschöpfungskette entweichende, viel klimaschädlichere Methan besonders treibhausgasintensiv.

Ironischerweise sieht sich Zurich selbst als Vorreiterin in Sachen Klima. Wenn sie das ernst meint, muss sie sofort aufhören, neue Öl- und Gasprojekte zu versichern. Sowohl der Weltklimarat (IPCC) (4) als auch die Internationale Energieagentur (IEA) (5) haben klar kommuniziert, dass das 1,5°C-Ziel keine weitere Ausweitung der fossilen Energieproduktion zulässt. Vielmehr muss auch die bestehende Produktion schrittweise abgebaut werden. Die weltweite Öl- und Gasproduktion muss bis 2030 um 4 % bzw. 3 % pro Jahr zurückgehen, um mit einem 1,5°C-Pfad vereinbar zu sein. (6)

Bilder/Videos: https://flic.kr/s/aHBqjA6e13

Kontakt für Fragen und Interviews:
Jennifer Buchli, Campaignerin Campax, 076 445 44 57, [email protected]

Quellen:

  1. Analyse des internationalen Netzwerks Insure Our Future zur jüngsten Aktualisierung der Versicherungspolice von Zurich: https://global.insure-our-future.com/zurich-takes-minor-step-away-from-oil-and-gas/
  2. Zurich, Ausschlussrichtlinien: https://www.zurich.com/en/sustainability/governance-and-policies/exclusion-policies
  3. „Greenfield“ bezieht sich auf Explorationsprojekte in Gebieten, die bisher nicht für die Rohstoffgewinnung genutzt wurden; insbesondere in Abgrenzung zur Erweiterung bestehender Produktionsanlagen.
  4. IPCC, Global Warming of 1.5 ºC. Special Report, October 2018.
  5. IAE, Net Zero by 2050: https://www.iea.org/reports/net-zero-by-2050
  6. Stockholm Environment Institute et al, The Production Gap, Dezember 2020.

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