Kommt jetzt das Importverbot für Qualpelze?

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Danke für ein Ja! (Pelz 10.12.21)

Eine grosse Projektion eines herzigen Pelztierchens erstrahlte heute Abend auf der Aussenfassade des Bundeshauses. Damit wurde das Parlament aufgefordert, am Montag, 13. Dezember Ja zur Motion für ein Importverbot von tierquälerisch erzeugten Pelzprodukten zu stimmen.

Mit dieser aussergewöhnlichen Aktion will die Kampagnenorganisation Campax auf die Dringlichkeit der bevorstehenden Abstimmung aufmerksam machen.
Angelina Dobler, Kampagnenleiterin bei Campax:
«Die Schweizer Bevölkerung wünscht sich ein Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte. Und dies schon seit Jahren. Es ist an der Zeit, dieses Anliegen endlich anzuerkennen.»
Tonnenweise Pelz wandert jedes Jahr über Schweizer Ladentische. Für die Produktion leiden Tiere rund um die Welt. Zum Beispiel überzüchtete «Monsterfüchse» in Finnland, dänische Nerze in engen Metallkäfigen oder schwerverletzte Kojoten, die in kanadischen Schnappfallen festhängen.
Spätestens seit dem Debakel in Dänemark sind die schädlichen Auswirkungen der Pelzindustrie bekannt. Dort mussten aufgrund der Verbreitung des Coronavirus zwischen Tier und Mensch 17 Millionen Nerze gekeult werden.
Momentan steht den Qualen der Pelztiere lediglich eine zahnlose Deklarationspflicht gegenüber: Seit ihrer Einführung 2014 deklariert ein Grossteil der vom Bund kontrollierten Geschäfte Pelz falsch, ungenügend oder überhaupt nicht.
Nadja Brodmann, Geschäftsleitungsmitglied des Zürcher Tierschutz:
«Selbst eine optimal ausgestaltete und umgesetzte Deklarationspflicht könnte nicht verhindern, dass tierquälerisch gewonnene Pelzwaren weiterhin eingeführt und verkauft werden.»
Immer mehr Länder verbieten Pelzfarmen oder die Produktion von Pelzprodukten oder erlassen komplette Verkaufsverbote (vollständige Liste). Doch die Schweiz – das Land mit dem immer wieder gerne zitierten «strengsten Tierschutzgesetz der Welt» – bleibt Nachzüglerin und enthält sich jeglicher Schritte. Dies, obwohl ähnliche Verbote für Katzen-, Hunde- und Robbenfelle bereits in Kraft sind.
Céline Schlegel, stv. Geschäftsleiterin von Animal Rights Switzerland
«Die Produktion von Pelzprodukten, wie sie im Ausland stattfindet, wäre in der Schweiz rechtlich gesehen Tierquälerei und somit verboten.»
Eine Annahme der Motion durch National- und Ständerat wäre nicht nur für die Schweiz, sondern auch international von grosser Bedeutung, da andere Länder dem Vorbild der Schweiz folgen könnten. Ein solches Importverbot wäre nämlich mit internationalen Handelsbedingungen vereinbar. Dies zeigen eine Dissertation und mehrere Rechtsgutachten.
Die Motion wird von einer breiten Koalition von Tierschutzorganisationen sowie dem Schweizer Jagdverband unterstützt und von der Kampagne «We Care – We Don’t Wear» von Campax begleitet.

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Aebischer Colby

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