Klima-Aktivist:innen fordern Swiss Re zu stärkerem Klimaschutz auf

Zürich, 13.4.2022 – An der heutigen Generalversammlung von Swiss Re haben Klimaaktivist:innen mit einer künstlerischen Aktion auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht. Als Gründungsmitglied der Net-Zero Insurance Alliance muss sich Swiss Re vollständig aus der Versicherung von neuen Öl- und Gas-Projekten zurückziehen.

Heute Morgen, 8:00 Uhr, am Mythenquai in Zürich. Klima-Aktivist:innen von Campax rollen eine grosse Holztreppe vor den Eingang des gläsernen Swiss Re-Gebäudes, wo in diesem Moment die Generalversammlung des Rückversicherers beginnt. Die Treppe ist kunstvoll bemalt: Unten sind fossile Energieträger sowie Chaos und Katastrophe abgebildet; oben erneuerbare Energieformen und eine blühende Zukunft. Auf der ersten Stufe steht ein kleines Hochhaus mit dem Swiss Re-Logo. Neben der Treppe stehen weiter Hochhäuser mit den Logos der Credit Suisse und der Nationalbank. Zwei Aktivist:innen halten ein Banner hoch mit der Aufschrift «Swiss Re climate policy: first step, but a long way to go». Die Swiss-Re-Security ist zwar rasch vor Ort, lässt die Aktivist:innen aber gewähren.

Nora, Kampagnenleiterin von Campax: «Swiss Re hat vor wenigen Wochen seine Klima-Policy verbessert und schliesst nun die meisten Öl- und Gas-Versicherungen aus. Das ist begrüssenswert, aber immer noch nicht ausreichend. Die Klimawissenschaften sind sich einig, dass keine neuen fossilen Projekte mehr realisiert werden dürfen, wenn wir die Erderwärmung auf 1.5 Grad begrenzen wollen. Swiss Re hat sich als Gründungsmitglied der Net-Zero Insurance Alliance dazu verpflichtet, seine Geschäftstätigkeit auf die 1.5 Grad-Grenze auszurichten. Sie müssen ihre Worte in die Tat umsetzen und als gutes Beispiel vorangehen.»

Medien-Kontakt:
Nora Scheel, Kampagnenleiterin Campax, [email protected], 079 614 32 74

Fotos (zur freien Verwendung): https://flic.kr/s/aHBqjzJNRH
Video-Ausschnitte (zur freien Verwendung): vimeo.com/user/65141779/folder/9684957

Hintergrund der Kampagne

Swiss Re ist die zweitgrösste Rückversicherung weltweit und gehört zu den grössten Versicherungen von Öl und Gas. Öl und Gas ist für rund 55% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Die zwei fossilen Energieträger verursachen aber nicht nur Chaos und Zerstörung, indem sie den Klimawandel anfachen; sie finanzieren auch Kriege und Konflikte, wie derjenige in der Ukraine. Swiss Re wurde von Nichtregierungsorganisationen zu den “Putin100” gezählt – den 100 Finanzinstituten, die am stärksten in der russischen Öl- und Gas-Industrie involviert sind. (1) Der Ukraine-Krieg ist ein Grund mehr, sofort aus fossilen Energieträgern auszusteigen.

Swiss Re hat Mitte März eine Verbesserung seiner Klima-Policy angekündigt. Das Unternehmen schliesst neue Öl- und Gas-Projekte aus von Unternehmen, die keine glaubwürdige Netto-Null-Strategie haben. Zudem hat sich der Rückversicherer zum Ziel gesetzt, bis 2025 die Hälfte und bis 2030 alle Öl- und Gasprämien von Unternehmen mit glaubwürdigen Netto-Null-Plänen zu beziehen. (2)

Das ist sehr begrüssenswert. Swiss Re ist die globale Nr. 2 unter den Rückversicherern und gehört zu den grössten Versicherern von Öl und Gas. Die neue Policy geht einen Schritt weiter als diejenige seiner Mitkonkurrenten und animiert diese, ebenfalls vorwärts zu machen.

Dennoch ist Swiss Re’s Klimapolitik weiterhin ungenügend. Sowohl der Weltklimarat IPCC (3) als auch die Internationale Energieagentur IEA (4) haben klar kommuniziert, dass die 1.5°C-Grenze gar kein weiterer Ausbau fossiler Energieproduktion erlaubt. Mehr noch: Die bestehende Produktion muss ebenfalls auslaufen. Die globale Öl- und Gasproduktion muss bis 2030 jährlich um 4 % bzw. 3 % zurückgehen, um mit einem 1,5°C-Pfad vereinbar zu sein. (5)

Die Versicherung von neuen Öl- und Gas-Projekten – also einem Ausbau der Öl- und Gas-Produktion – kann nicht vereinbar sein mit einer glaubwürdigen Netto-Null-Strategie. Als Gründungsmitglied der Net-Zero Insurance Alliance muss Swiss Re darum umgehend jegliche Expansion ausschliessen. Von Öl- und Gas-Unternehmen glaubhafte Net-Zero Strategien zu verlangen, ist zwar gut gemeint; die Realität zeigt aber, dass diese Unternehmen alles andere machen, als aus den fossilen Energien auszusteigen. Das zeigt die “Global Gas & Oil Exit List”. (3)

(1) putin100.org
(2) https://campax.org/good-news-policy-update-von-swiss-re/ sowie https://reports.swissre.com/2021/assets/pdf/AR21_SURE_Sustainability_Report_2021.pdf S. 34.
(3) https://gogel.org/

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