Ausformulierte Forderungen: Keine Rodung von Urwäldern für Lebensmittel!

Die folgenden Forderungen sind für eine Petition ungewöhnlich konkret, weil sie erreichbar (und messbar) sein sollen! Falls sie nicht erfüllt werden, soll danach eine teilweise Veränderung des Kaufverhaltens (von Vielen) gegenüber Grossverteilern / Detailhändlern mehr bewirken.

1. Forderung: Für Futtermittel und Weideflächen darf nicht mehr Urwald gerodet werden: Dies muss für alle Fleisch-, Eier- und Milchprodukte nachgewiesen werden. Mindestanforderungen für den Tierschutz, wie sie in der Schweiz gelten, sollen auch für importierte, tierische Produkte gelten.

Einzelheiten zur 1. Forderung: Auch innerhalb von mindestens 15 Jahren zuvor darf auf den für die Tierhaltung verwendeten Weideflächen oder den Anbaugebieten des verwendeten Futtermittels keine Rodung von Primärwäldern (Urwald) stattgefunden haben (oder der Anteil liegt deutlich unter 1%).

2. Forderung: Ob kein Urwald für Lebensmittel gerodet wird, muss lückenlos nachgewiesen werden. Fleischprodukte aus Gebieten, die am häufigsten mit Brandrodung in Zusammenhang stehen, sollen aus dem Sortiment genommen werden, bis dieser Nachweis erbracht ist!

Der Nachweis muss lückenlos sein und von einer neutralen Stelle geprüft werden.

Einzelheiten zur 2. Forderung: Bis nachgewiesen werden kann, dass Forderung 1 erfüllt ist, sollen alle Fleischprodukte aus Südamerika, den USA und Australien aus dem Sortiment genommen werden. Dies ist vertretbar, da sie nur einen Teil des Sortiments ausmachen, diese aber für Soja-Futtermittel und Weidefläche am häufigsten mit Brandrodung in Verbindung stehen.

Für Fleisch- sowie Milchprodukte und Eier die aus Europa und anderen Gebieten importiert werden, soll dieser Nachweis innerhalb von 18 Monaten erbracht werden. Da es in der Schweiz gewisse Bestrebungen gibt, etwas weniger Soja als Futtermittel einzusetzen, soll der Nachweis für Fleisch-, Milchprodukte und Eier aus der Schweiz innerhalb von 3 Jahren erfolgen.

Kann die Forderung 1 nach den genannten Zeiträumen nicht erfüllt werden, sind auch diesbezügliche Produkte aus dem Sortiment zu nehmen, die nicht aus Südamerika, den USA und Australien stammen.

3. Forderung: Während dem Einholen des Nachweises muss durch die Grossverteiler oder Detailhändler bei deren Lieferanten und Zwischenlieferanten folgende Forderung deponiert werden: Viele KundInnen und UnterzeichnerInnen dieser Petition wollen, dass die Regierung, Grossgrundbesitzer und Landwirte in Brasilien, Argentinien und Bolivien die Rodungen von Urwald für Weideflächen, den Anbau von Soja und anderen Agrarprodukten unverzüglich stoppen!

4. Forderung: Grossverteiler und Detailhändler müssen die Herkunft – und ob Rodung von Urwald für den Anbau ausgeschlossen werden kann, auch bei folgenden Lebensmittelzutaten erbringen: Palmöl, Palmfett, Früchten und Zuckerrohr – als leider oft verwendete Zutat in u.a. veganen Fertigprodukten. Dies gilt ebenfalls für Soja-Zutaten in Fleisch-Ersatzprodukten, die nicht nachweislich aus Europa stammen.

Bis erwiesen ist, ob Rodungen ausgeschlossen sind, hat eine Deklaration der Herkunft dieser Zutaten höchste Priorität!