Eishockey-WM in Belarus boykottieren!

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Warst Du ebenso schockiert wie ich, als Du die Bilder von René Fasel und Alexander Lukaschenko gesehen hast, die sich freundschaftlich in den Armen liegen? Fasel, der Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes, ist diese Woche nach Minsk gereist, um mit dem belarussischen Diktator Lukaschenko zu verhandeln. Bei den Gesprächen ging es um die Frage, ob die Eishockey-WM wie geplant im Mai und Juni dieses Jahres in Lettland und Belarus ausgetragen werden soll.

Fasel ist der Ansicht, dass die WM den Dialog zwischen dem belarussischen Regime und der Opposition fördern wird. Doch diese Haltung ist blauäugig und gefährlich. Die WM wird nicht zur Versöhnung in Belarus führen, sondern Lukaschenko legitimieren und ihm als Propagandabühne dienen. Bereits 2014, als die WM ebenfalls in Belarus stattfand, missbrauchte Lukaschenko den Anlass für seine Zwecke und inszenierte sich als volksnaher Präsident, während politische Aktivist*innen inhaftiert und unerwünschte Menschen wie Obdachlose gewalttätig aus der Stadt geschafft wurden.

Nun könnte dasselbe wieder passieren: Während sich Lukaschenko der Weltöffentlichkeit von seiner besten Seite zeigt und ein offenes und freies Belarus präsentieren wird, werden neben den Spielfeldern Protestierende inhaftiert, misshandelt und zu Tode geprügelt. Denn die politische Situation in Belarus ist besorgniserregend: Seit den gefälschten Wahlen im August letzten Jahres wurden über 33’000 Personen festgenommen und tausende misshandelt. Vier Personen verloren dabei ihr Leben.

Vor diesem Hintergrund ist ein Festhalten an der Eishockey-WM in Belarus skrupellos und ein Hohn für diejenigen, die vor Ort unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte kämpfen.

Doch es gibt Hoffnung: Der Druck auf René Fasel und den Internationalen Eishockeyverband IIHF steigt. Die Bilder der Umarmung von ihm und Lukaschenko sorgten weltweit für Empörung. Der Eishockeyverband von Dänemark hat bereits angekündigt, die WM zu boykottieren, sollte sie in Belarus stattfinden. 

Jetzt ist es entscheidend, dass die gesamte Eishockeywelt klar Stellung bezieht. Der Sport darf sich nicht für Propagandazwecke eines diktatorischen Regimes missbrauchen lassen. Campax und die Menschenrechtsorganisation Libereco fordern daher den Schweizer Eishockeyverband in einer Petition auf, es Dänemark gleichzutun und die WM in Belarus zu boykottieren.

Der Schweizer Verband SIHF hat ein besonderes Gewicht: Die Schweiz gehört nicht nur zu den top Eishockey-Nationen weltweit, sondern ist auch der Sitz des IIHF und die Heimat von René Fasel. Kündet neben dem dänischen Verband auch der SIHF einen Boykott an, würden mit Sicherheit weitere Verbände folgen. Damit wäre der IIHF gezwungen, Belarus die WM zu entziehen. Wir können also viel bewirken! Packen wir diese Chance und sorgen dafür, dass die WM nicht in Belarus ausgetragen wird!

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