East African Crude Oil Pipeline: Offener Brief an Banken

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Gemeinsam mit 262 weiteren Organisationen fordert Campax 25 Banken dazu auf, sich nicht an der Finanzierung der EACOP zu beteiligen.

In einem offenen Brief beschreiben die Organisationen aus 49 Ländern – darunter 122 Organisationen mit Sitz in Afrika – die immensen Gefahren, die die 1.445 Kilometer lange East African Crude Oil Pipeline (EACOP) für die lokalen Gemeinden, die Wasserversorgung und die Artenvielfalt in Uganda, Tansania, der Demokratischen Republik Kongo und Kenia bedeuten würde.

Fast ein Drittel der Pipeline wird durch das Becken von Afrikas größtem See, dem Viktoriasee, verlaufen, von dem mehr als 40 Millionen Menschen für die Wasser- und Nahrungsmittelproduktion abhängen. Außerdem wird sie mehr als 200 Flüsse überqueren, durch Tausende von Farmen verlaufen und lebenswichtige Wildtierreservate durchqueren. In einem offenen Brief beschreiben die Organisationen aus 49 Ländern – darunter 122 Organisationen mit Sitz in Afrika – die immensen Gefahren, die die 1.445 Kilometer lange East African Crude Oil Pipeline (EACOP) für die lokalen Gemeinden, die Wasserversorgung und die Artenvielfalt in Uganda, Tansania, der Demokratischen Republik Kongo und Kenia bedeuten würde.

Die Organisationen warnen auch davor, dass die Pipeline – vorangetrieben vom französischen Ölkonzern Total und der China National Offshore Oil Corporation – den Klimawandel anheizen wird, indem sie Öl transportiert, das jedes Jahr mehr als 34 Millionen Tonnen Kohlenstoffemissionen verursachen wird.

Endgültige Investitionsentscheidung steht kurz bevor

Der Brief ist an die drei Banken gerichtet, die als Finanzberater für das Projekt fungieren – Standard Bank, Sumitomo Mitsui Banking Corporation und Industrial and Commercial Bank of China – sowie an 22 Banken, die Total und CNOOC in letzter Zeit Finanzmittel zur Verfügung gestellt haben. Er kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spekulationen zunehmen, dass eine endgültige Investitionsentscheidung (Final Investment Decision – FID), die Total verpflichten würde, Kapital für das Projekt zu mobilisieren, unmittelbar bevorsteht.

Es wird erwartet, dass die Pipeline etwa 3,5 Milliarden Dollar kosten wird. Davon werden etwa 2,5 Milliarden Dollar von Banken und anderen Geldgebern geliehen werden. Es ist noch nicht klar, welche Banken sich beteiligen wollen. Die drei Banken, die als Finanzberater fungieren, werden sich wahrscheinlich aber anschließen und als “Lead Arranger” auftreten.

Zu den Unterzeichnern des offenen Briefes gehören unter anderem Friends of the Earth International, 350.org, die Catholic Agency for Overseas Development, Reclaim Finance, Sierra Club, Global Witness, das IUCN National Committee of the Netherlands, BankTrack, Africa Institute for Energy Governance (AFIEGO) und Inclusive Development International (IDI).

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Afrikas eigener “Standing Rock-Moment”

Mehrere Organisationen, die eine prominente Rolle im Kampf gegen nordamerikanische Pipelines wie die Dakota Access Pipeline (DAPL) und Keystone XL spielten, haben den Brief ebenfalls unterzeichnet, darunter Indigenous Environmental Network und Divest Invest Protect. Die afrikanische Umwelt- und Menschenrechts-NGO Natural Justice, eine Unterzeichnerin, beschrieb die Bemühungen, EACOP zu stoppen, als Afrikas “eigenen Standing Rock-Moment”.

Die 263 Organisationen fordern von Total eine vollständige und faire Entschädigung der Gemeinden, die bereits von dem Projekt betroffen sind. Die Banken fordern sie dazu auf, öffentlich jegliche Finanzierung für den Bau der Pipeline auszuschließen und mit Regierungen und anderen Finanziers zusammenzuarbeiten, um eine nachhaltige Energiezukunft für Ostafrika zu fördern, die auf sauberen Alternativen anstelle von Öl basiert.

Umweltverschmutzung kennt keine Grenzen

Diana Nabiruma sprach im Namen von AFIEGO und sagte “Angesichts der Klimakrise haben sich viele Länder verpflichtet, ihre Energiesysteme durch die Förderung erneuerbarer Energien zu sanieren. Ölkonzerne, darunter auch Total, der Hauptbefürworter des EACOP-Projekts, haben ihre Investitionen in erneuerbare Energien erhöht, da sie wissen, dass dies die Energie der Zukunft ist. Warum sollten sie mit diesem Wissen versuchen, den Ugander*innen und Tansanier*innen das EACOP aufzubürden? Keine verantwortungsvolle Bank sollte das EACOP-Projekt finanzieren, wohl wissend, dass die wirtschaftlichen, ökologischen, klimatischen und sozialen Risiken des Projekts zu groß sind.”

Bantu Lukambo, Direktor der kongolesischen NGO Innovation for the Development and Protection of the Environment (IDPE) sagte: “Umweltverschmutzung kennt keine Grenzen, jede Umweltauswirkung, die durch die EACOP-Pipeline ausgelöst wird, wird nicht nur die Tierwelt und die Gemeinden beeinträchtigen, sondern auch die Stabilität in der Region bedrohen, da ein möglicher Ölaustritt in einigen der letzten verbliebenen Wasserreservoirs der Großen Afrikanischen Seen die Streitigkeiten zwischen den Ländern anheizen könnte.”

“Dieses Projekt ist wie etwas aus einer ganz anderen Zeit, vor fünfzig oder fünfundsiebzig Jahren, als wir nichts über den Klimawandel wussten, noch im Griff des Kolonialismus waren und nicht verstanden, dass die anderen Arten, mit denen wir die Erde teilen, zu verschwinden begannen.”

Der Umweltschützer und 350.org-Gründer Bill McKibben sagte: “Dieses Projekt ist wie etwas aus einer ganz anderen Zeit, vor fünfzig oder fünfundsiebzig Jahren, als wir nichts über den Klimawandel wussten, noch im Griff des Kolonialismus waren und nicht verstanden, dass die anderen Arten, mit denen wir die Erde teilen, zu verschwinden begannen. Im Jahr 2021 ist die EACOP eine Metapher für ökologische, soziale, politische und humanitäre Ignoranz.”

David Pred, Executive Director von Inclusive Development International, sagte: “Es ist schwer, sich ein gefährlicheres Projekt zu einem gefährlicheren Zeitpunkt für den Planeten vorzustellen als die EACOP. Die gute Nachricht ist, dass es noch nicht zu spät ist, dieses Projekt und die globale Erwärmungskatastrophe, die es beschleunigen würde, zu stoppen. Die großen Banken, die wir heute angeschrieben haben, haben es in der Hand, zerstörerische Projekte wie EACOP zu stoppen.

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