Die Schweiz stellt sich weiter quer

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Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass eine klare Mehrheit der Schweizer:innen eine vorübergehende Sonderregelung auf Patente für COVID-19 Behandlungen und Impfstoffe befürworten. Doch die Schweizer Regierung stellt sich immer noch quer.

Während in der Schweiz die Impfungen auf Hochtouren laufen und das Leben langsam wieder zur Normalität zurückkehrt, kämpfen andere Länder wie Indien, die Vereinigten Staaten, Brasilien sowie auch Frankreich und Italien immer noch stark mit der Pandemie [1]. Für viele Länder sind noch gar keine Impfstoffe vorhanden [2]. Eine Lösung für dieses Problem wäre eine vorübergehende Sonderregelung auf Patente für COVID-19 Behandlungen und Impfstoffe – der sogenannte «TRIPS-Waiver»*. Eine solche Sonderregelung würde es Ländern wie Indien, die schon Covid-Impfstoffe herstellen erlauben, die Impfstoffe ab sofort patentfrei zu produzieren. Dies wiederum würde die Impfstoffproduktion erhöhen und schneller zu mehr Impfungen auf der ganzen Welt führen. Bereits über 100 WTO Länder haben sich seit Anfang Mai dafür ausgesprochen, unter anderem auch die USA. Länder wie Deutschland und die Schweiz, sind als Herstellerländer immer noch dagegen.

Campax hat Ende Mai eine Umfrage durchführen lassen, um zu sehen, wo die Schweizer Bevölkerung bezüglich dem TRIPS-Waiver steht:

Auf die Frage, ob sie die Aussage «Die Regierungen sollten COVID-19-Impfstoffe, die von pharmazeutischen Unternehmen entwickelt werden, fair entschädigen, aber sicherstellen, dass sie kein Monopol haben, indem sie die Formeln und Technologien mit anderen zugelassenen Unternehmen teilen» unterstützen, war eine klare Mehrheit dafür. Frauen sind diesbezüglich häufiger unentschlossen, tendieren aber eher zu einem Ja. Auffällig ist, dass Männer und Personen älter als 60 Jahre diese Aussage tendenziell häufiger entschieden verneinen. 

chweizer Bürger:innen hingegen verstehen klar, wie wichtig es ist, dass man nur gemeinsam und solidarisch COVID-19 bekämpfen kann.

«In einer Zeit, in der die Weltgemeinschaft eng zusammen arbeiten sollte, um COVID-19 zu besiegen, ist es für mich unverständlich dass die Schweizer Regierung sich immer noch gegen eine vorübergehende Verzichtserklärung auf Patente für COVID-19 Behandlungen und Impfstoffe ausspricht. Schweizer Bürger:innen hingegen verstehen klar, wie wichtig es ist, dass man nur gemeinsam und solidarisch COVID-19 bekämpfen kann. Es ist allerhöchste Zeit, dass die Regierung den Willen seiner Bürger:innen umsetzt», so Armelle Ako, Campaignerin von Campax.


*TRIPS-Abkommen (Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights)

ist ein internationales Abkommen, das sicherstellen soll, dass die Rechte des geistigen Eigentums nicht selbst zu Schranken für den rechtmässigen Handel werden. Der TRIPS-Waiver soll für Covid-19-Impfstoffe den internationalen Patentschutz ausser Kraft setzen.


Über Campax: Campax ist eine Schweizer Kampagnen- und Mobilisierungsorganisation. Wir führen seit 2017 eigene Kampagnen zu selbstgewählten Themen durch und unterstützen Individuen und andere Organisationen bei der Durchsetzung ihrer Anliegen. Über 300’000 Unterstützer:innen stehen mittlerweile hinter Campax und machen es möglich, mit bisher nicht gekannter Schnelligkeit und Breite Menschen für Wandel zu mobilisieren. Campax finanziert sich durch Spenden und Stiftungen. 

Medienkontakt: Armelle Ako, [email protected], 044 500 31 01

Umfrage Resultate

[1] 01.06.2021: Worldometers: Countries where COVID-19 has spread 

[2] 27.01.2021: The Economist: 85 poor countries will not have access to coronavirus vaccines 

Ergebnisse zur TRIPS-Waiver-Umfrage

Ein Ja für den 'TRIPS-Waiver' von der Schweizer Bevölkerung

Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass eine klare Mehrheit der Schweizer:innen...

WTO TRIPS-Waiver

Petitionsübergabe bei der WTO für einen Patentfreien Impfstoff gegen COVID-19

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