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Chlorhühner gegen Goldbarren: Der gefährliche Ausverkauf der Schweizer Standards

Für die Schweiz steht während der Zollverhandlungen viel mehr auf dem Spiel als nur der Preis für Exportgüter. Es geht um unsere Souveränität, unsere Werte und die Frage, ob wir uns von einem Autokraten und einer Handvoll Milliardäre die Regeln diktieren lassen.

 

Was bisher geschah und warum wir fordern, dass der Bundesrat in den Verhandlungen standhaft bleibt:

Inhaltsverzeichnis

Der Zollhammer am 1. August

Im April 2025 verhängte Donald Trump Strafzölle für fast alle Länder der Welt.

 

Finanzministerin Karin Keller-Sutter versuchte mit Trump zu verhandeln, blitzte aber ab.

Am 1. August legte er die Strafzölle für die Schweiz auf 39% fest, weltweit einer der höchsten Zollsätze. (1)

Goldbarren und Rolex

Was der Bundesrat nicht schaffte, versuchten die „Trump-Boys“ der Schweizer Wirtschaft mit einer fragwürdigen Charme-Offensive. Im November 2025 reiste eine Gruppe von Wirtschaftsgurus nach Washington. Im Gepäck hatten sie nicht etwa diplomatische Notizen, sondern gravierte Goldbarren und eine Rolex-Tischuhr. (2)

Die Besetzung dieser Delegation war so einseitig, wie einflussreich: Jean-Frédéric Dufour (Rolex), Alfred Gantner (Partners Group, EU-Gegner), Daniel Jäggi (Mercuria), Johann Rupert (Richemont) und Marwan Shakarchi (MKS PAMP). Ohne demokratisches Mandat, aber mit teuren Geschenken, erkauften sie sich eine Audienz im Oval Office.

Es war ein Bild der Unterwürfigkeit:

Privatinteressen überholten die staatliche Diplomatie. Dass sich Trump von blinkendem Gold und Schmeicheleien beeinflussen lässt, überrascht niemanden, aber dass die Schweiz zu solchen Methoden greift, ist ein Armutszeugnis!

Parmelins Kapitulation

Kurz nachdem die Wirtschaftselite in Washington hofierte, verkündete Wirtschaftsminister Guy Parmelin stolz eine Einigung: 15% statt 39% Zölle. Doch der Preis für diesen Rabatt ist horrend. Internationale Medien sprechen ungeschönt und zurecht von der „Kapitulation der Schweiz“. (3)

Was uns als Erfolg verkauft wird, ist in Wahrheit ein Angriff auf unsere Lebensqualität:

 

  • Hormonfleisch & Chlorhühner: Für niedrigere Zölle will der Bundesrat sogar den Import von Hormonfleisch und Chlorhühnern zulassen und damit unsere Lebensmittelstandards aufweichen. (4)
  • Verkehrssicherheit: US-Fahrzeuge wie Elon Musks Cybertruck könnten bald auf unseren Strassen fahren, obwohl sie nicht unseren Sicherheitsnormen entsprechen. (4)
  • Angriff auf den Klimaschutz: Investitionen in Milliardenhöhe sollen massiv in den Ausbau der US-Fossilinfrastruktur fliessen. Pipelines, Energienetze und die Stärkung des US-Gasmarktes sind nur einige Beispiele davon. Diese Milliardeninvestitionen untergraben unsere mühsam erkämpften Umweltziele und machen eine glaubwürdige Schweizer Klimapolitik zur Farce. (5)

Deswegen starteten wir eine Petition und forderten den Bundesrat dazu auf, standhaft zu bleiben und die Schweizer Werte nicht zu verkaufen

Rechtswidrige Zölle

Dann im Februar die Überraschung: Der US Supreme Court erklärte Trumps Zölle für rechtswidrig. Das höchste Gericht der USA urteilte, dass der Präsident seine Kompetenzen überschritten hat.

 

Eigentlich müsste der Bundesrat jetzt die Reissleine ziehen. Warum verhandeln wir über einen Deal für Zölle, die als illegal taxiert wurden? Statt die Erpressung anzufechten, scheint Guy Parmelin jedoch fest entschlossen, den Deal bis Ende März unter Dach und Fach zu bringen.

 

Das ist keine Diplomatie, sondern vorauseilender Gehorsam gegenüber einem Autokraten, der den Rechtsstaat mit Füssen tritt.

Standhaft bleiben!

Der Bundesrat darf die Schweiz nicht zur Marionette von Trumps Willkür machen. Jede Abhängigkeit, die wir durch schlechte Kompromisse eingehen, macht uns langfristig erpressbar.

 

Die Bilanz von Trumps zweiter Amtszeit ist verheerend: Von der rechtswidrigen Entführung Maduros in Venezuela bis hin zum völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran – er handelt absolut unberechenbar und jenseits internationaler Normen. Die Schweiz darf sich nicht an einen solchen Akteur ketten, nur um kurzfristige Profite für einige Grosskonzerne zu sichern.

Wir fordern weiterhin vom Bundesrat:
  • Kein Ausverkauf unserer Standards: Unsere Errungenschaften bei Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Konsumentenschutz sind rote Linien, die nicht verhandelbar sind.
  • Transparenz statt Hinterzimmer-Deals: Die Bevölkerung muss erfahren, welche Zugeständnisse im Oval Office tatsächlich gemacht wurden.
  • Wahrung der Souveränität: Der Bundesrat muss in den Verhandlungen Rückgrat beweisen und soll sich nicht von Trumps Drohgebärden in die Enge treiben lassen.

Jetzt gilt es ernst: Nachdem im letzten Jahr eine Absichtserklärung unterzeichnet wurde, sind jetzt die Zollverhandlungen in vollem Gange. Wir verfolgen die Verhandlungen genau und werden reagieren, wenn der Bundesrat rote Linien überschreitet.

 

Damit wir diese Kampagne weiterhin mit der nötigen Schärfe führen können, sind wir über jegliche finanzielle Unterstützung froh.

 

Danke für deine Spende.❤️

Quellen:

  1. SRF, 1.8.25, USA verhängen für die Schweiz einen der höchsten Zollsätze
  2. NZZ, 6.11.25, Diese Männer haben Trump besucht – und sorgen in der Schweizer Wirtschaft für etwas Hoffnung
  3. FAZ, 16.11.25, Die Kapitulation der Schweiz
  4. Watson, 16.11.25, Was hat der Bundesrat Trump versprochen? Das Preisschild des Zolldeals rückt in den Fokus; Tages-Anzeiger, 15.11.25, Guy Parmelin verteidigt den Zoll-Deal
  5. Tages-Anzeiger, 16.11.25, Das Wunder mit den 200 Milliarden Franken Investitionen