BlackRock: Kleine Schritte in die richtige Richtung reichen nicht

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CEO Larry Fink kündigt neue, nicht sehr visionäre Massnahmen für mehr Klimaverantwortung an

«Larry Finks neues Versprechen zur Klimaneutralität könnte ein positiver Schritt sein, wenn er mit konkreten und sofortigen Massnahmen verbunden wäre, nicht mehr in Fossile zu investieren. Doch nach der ersten, extrem schwachen Kohlerichtlinie vom letzten Jahr, steht eine wirklich ambitionierte Richtlinie bei BlackRock noch aus.»

Lara Cuvelier, Sustainable Investment Campaignerin bei Reclaim Finance [1]

Larry Fink, CEO des grössten Anlegeinstituts BlackRock, hat am 26. Februar seinen traditionellen Jahresbrief veröffentlicht. [2] Darin bekräftigt Fink den bereits 2020 angekündigte Kurs für mehr Klimaverantwortung. Konkret kündigte er nun folgende Schritte an:

  • BlackRock erwartet von Firmen in seinem Portfolio, dass deren Management Pläne vorlegt, wie sie ihr Geschäft mit einer klimaneutralen Wirtschaft in Einklang bringen wollen;
  • diese definiert Larry Fink als eine, die die globale Klimaerwärmung auf weit unter 2 Grad Celsius über vorindustriellen Werten begrenzt und Treibhausgasemissionen bis 2050 neutralisiert;
  • sollten die Firmen, an denen BlackRock Anteile hält, dies nicht erfüllen, kann BlackRock als Konsequenz gegen das Management der Firmen stimmen oder sie aus seinen aktiv gemanagten Fonds entfernen;
  • BlackRock will an internen Messgrössen zur „Temperaturmessung“ arbeiten, um zu berechnen, wie weit Firmen mit ihren Plänen zur Klimaneutralität davon entfernt sind, das 2 Grad-Ziel einzuhalten;
  • BlackRock verspricht zudem sein eigenes Portfolio bis 2050 klimaneutral zu gestalten.

Diese Schritte gehen in die richtige Richtung. Doch angesichts der Klimakatastrophe reichen sie bei weitem nicht aus.

Die wichtigsten Kritikpunkte

Das #BlackRocksBigProblem-Netzwerk hat folgende 3 Hauptkritikpunkte formuliert [3]:

Nettonull 2050 ist grösstenteils Greenwashing: Fast 1.000 Finanzinstitutionen haben sich verpflichtet, bis 2050 Netto-Null Treibhausgasemissionen zu verursachen. Aber fast keine hat bis jetzt konkrete Massnahmen ergriffen, um Investitionen in fossile Brennstoffe zu stoppen. Ausserdem lässt das Wort „Netto“ zu viele Hintertüren für falsche, unechte oder gar schädliche Klimalösungen offen.

Keine unmittelbaren Pläne zur Dekarbonisierung: Massnahmen 30 Jahre in die Zukunft zu verschieben ist inakzeptabel. Es braucht verbindliche, zeitnahe Verpflichtungen zum Ausstieg aus den umweltschädlichsten fossilen Brennstoffen wie Kohle, Amazonas-Öl & Teersand und den Verzicht auf arktische Bohrungen.

Kein Schutz der Rechte indigener Völker: BlackRock muss verbindliche Richtlinien verabschieden, die den Schutz indigener Völker und durch den Klimawandel besonders betroffener Gemeinschaften in den Mittelpunkt all seiner Investitionen stellen. Denn der Klimawandel ist in erster Linie ein Menschenrechtsproblem.

Noch immer 80 Milliarden Dollar in Kohle investiert

In seinem Brief von Januar 2020 versprach Larry Fink, dass BlackRock von nun an vermeiden werde, in Unternehmen zu investieren, die „ein hohes Nachhaltigkeitsrisiko bergen“ und Unternehmen, die mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes mit Kraftwerkskohleförderung erwirtschaften, aus seinem aktiven Anlageportfolio zu streichen. [4] Eine aktuelle Studie von Reclaim Finance und urgewald, die das Geschäft BlackRocks ein Jahr nach diesem Versprechen analysiert, ergab, dass diese Ankündigung nur 17% der Kohleindustrie betrifft. Der Investmentriese hält damit noch immer Anteile an Kohlefirmen im Wert von $85 Milliarden$24 Milliarden davon sind sogar in Firmen investiert, die planen ihre Kohlekapazität weiter auszubauen, wie zum Beispiel der japanische Energielieferanten Sumitomo oder der koreanische Kraftwerksbetreiber KEPCO[5]

BlackRock muss mehr tun, als nur kleine Schritte in die richtige Richtung zu gehen. Es braucht nun wirklich mutige Massnahmen, um die Klimakrise anzugehen.

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